Zahlen und Fakten

Zahlen und Fakten
Steckbrief

Stadtgemeinde seit Jänner 2025

Marktgemeinde von 1984 - 2024 

  • pol. Bezirk Vöcklabruck,
  • Gerichtsbezirk Vöcklabruck,
  • Katastralgemeinde Lenzing,
  • Land Oberösterreich
  • Wahlkreis Hausruckviertel
Einwohner

Stand: 16.04.2025 

Einwohner mit

Gesamt

Männlich

Weiblich

Österreicher

Andere

Hauptwohnsitz

5.256

2.575

2.681

4.402

854

Nebenwohnsitz

424

208

216

335

89

GESAMT

5.680

2.783

2.897

4.737

943

Fläche8,89 km2, davon Landwirtschaft - 5,01 km2 Forstwirtschaft - 1,17 km2 Gartenflächen - 0,81 km2 Gewässer - 0,2 km2 sonstige (Straßen, Wege, Betriebsflächen) - 1,7 km2
Seehöhe502,943 m (Messpunkt Gemeindeamt)
Unser Wappen:

Mit Beschluss der OÖ. Landesregierung vom 12. Juni 1967 wurde der Gemeinde Lenzing das Recht zur Führung eines Gemeindewappens verliehen: „Durch eine silberne Wellenleiste schräg rechts geteilt; oben in Rot eine silberne, zur Hälfte blau gefüllt, nach außen gewendete Retorte; unten in Blau ein silberner Nadelbaum.“ Das Gemeindewappen weist auf die Bedeutung der örtlichen Wirtschaft hin: Die Retorte symbolisiert die chemische, der Nadelbaum die Papier- und holzverarbeitende Industrie. Das silberne Wellenband stellt den Agerfluss dar. Gemeindefarben: Rot – Weiß – Blau 

Infrastruktur

Wasserversorgung:

  • Wassergewinnung: Brunnen I, II, III, IV
  • Wasserspeicherung: Hochbehälter 1.400m³ / Wasserturm 150m³
  • Wasserverbrauch ca. bei 1.000m³/d - 1.200m³/d
  • Wasserleitungsnetz Länge ca. 58 km
  • Wasserzähleraustausch lt. Eichgesetz (alle 5 Jahre) Wasserzählergesamt ca. 1.773 Stück
  • Versorgungsgebiet: Gemeindegebiet Lenzing an der Ager sowie Gebietsteile der Gemeinde Timelkam (Pichlwang, Maierhof, Untergallaberg, Ulrichsberg, Obereck)


Abwasserbeseitigung:

  • Gesamtlänge:  ca. 31 km
  • Das Abwasser wird in Lenzing/A. in die Kläranlage der LAG und RHV eingeleitet und geklärt. An den Reinhalteverband Attersee (Agerstraße) sind angeschlossen:        Ortszentrum, Ober- und Unterachmann, Starzing bis Reibersdorf, Teile von Alt Lenzing über Reinhalteverband Lenzing/Firma Lenzing AG werden entsorgt:           die Gebiete an der Atterseestraße (von Apotheke bis Gallaberg), Pichlwang sowie Teile von Alt Lenzing

Gemeindestraßennetz: Länge ca. 63 km


Müllbeseitigung: Im Rahmen der Müllabfuhrgemeinschaft mit den Gemeinden Attnang-Puchheim, Schörfling, Seewalchen, Weyregg, Steinbach. Für Sperrmüll und eine optimale Mülltrennung bietet sich das Abfallsammelzentrum in Seewalchen "ASZ Attersee Nord" an. Die Biotonnen werden durch einen privaten Anbieter entsorgt.

Verkehrsmäßige Erschließung

Erreichbarkeit:

Mit dem Auto: Über die Westautobahn (A1), Ausfahrt Seewalchen am Attersee, dann über die Bundesstraße (B 151) ca. 3 km Richtung Vöcklabruck.

Mit der Bahn: Westbahnstrecke - Ausstieg in Attnang-Puchheim (Bahnknotenpunkt). Zwei Mal täglich (ca. 07.00 bzw. 14.00 Uhr) Bahnverbindung über Vöcklabruck nach Kammer-Schörfling am Attersee. In Lenzing/A. bestehen zwei Ein-/Ausstiegsmöglichkeiten: 1) Bahnhof Lenzing für den Bereich Lenzing AG, Gallaberg und Alt Lenzing. 2) Haltestelle Lenzing für das Ortszentrum und Neubrunn sowie für den Bereich Agerstraße. Reine Fahrzeit Attnang-Lenzing: ca. 15 Minuten

Busse ab Attnang-Puchheim (ebenfalls über Vöcklabruck) jede Stunde. Ein-/Ausstiegsmöglichkeiten: Siehe Bahn, zusätzlich Lenzing Apotheke für den Ortsteil Pettighofen (Atterseestraße). Die Ein-/Ausstiegsstellen Lenzing Gemeindeamt und Neubrunn werden nicht von allen Kursen bedient!

Busse ab/nach Vöcklabruck/Attnang-Puchheim bzw. Seewalchen/Schörfling verkehren im Stundentakt (sh. REVA-Gemeinschaftsfahrplan)

Gewerbe und Industrie

Ca. 130 Gewerbe- und Industriebetriebe   52 landwirtschaftliche Betriebe - davon 23 Vollerwerbs- und 29 Nebenerwerbslandwirtschaften

Vereinswesen

Ca. 25 Vereine bereichern das gesellschaftliche Leben von Lenzing in den Bereichen Kultur, Sport, Natur und Freizeit.

Lenzing - Kurzbeschreibung

Der Industrieort Lenzing an der Ager - 3 km nördlich des Attersees am Tor zum Salzkammergut gelegen - zählt zu den jüngsten Gemeinden Oberösterreichs: Am 1. April 1939 wurde aus der Stammgemeinde Oberachmann durch Gebietsabtretungen der Nachbargemeinden das Lenzing von heute gegründet. Der Ort entwickelte sich innerhalb von wenigen Jahrzehnten von einer Agrar- zur Industrie- und Wohngemeinde mit Weltbedeutung: Die Erzeugnisse der im Ort angesiedelten Betriebe gehen in alle Kontinente der Erde.

Lenzing an der Ager verfügt heute über ebenso viele Arbeitsplätze wie der Ort Einwohner hat. Neben der chemischen Industrie sind eine Reihe von Mittel- und Kleingewerbebetrieben angesiedelt. Lenzing an der Ager wird daher nicht zu Unrecht als Wirtschaftsimpuls der Vöckla-Ager-Zone bezeichnet. Diese wirtschaftliche Bedeutung erlangte der Ort jedoch erst mit dem Bau der damaligen "Lenzinger Zellulose- und Papierfabrik", nunmehr Lenzing AG, im Jahre 1938. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg in der Landwirtschaft tätig. Die ersten industriellen Schritte wurden bereits schon im Jahr 1891 durch den Bau der damaligen Zellstoff-Fabrik in Pettighofen gesetzt. Die Nähe zur Autobahn sowie der hohe Ausbildungsstand der Lenzinger Werktätigen veranlassten in den letzten Jahren immer mehr Mittelbetriebe, sich hier niederzulassen: Firma Salesianer Miettex (ehem. Wozabal), Firma Jodl (Verpackungen), Xyrofin (Chem. Industrie),  Rail Cargo – um nur einige zu nennen.

Der Ortskern mit dem Gemeindeamt bildet ein kompaktes Zentrum. Die daran anschließenden Ortschaften bestehen aus kleinen ländlichen Weilern oder größeren Wohngebieten wie Neubrunn, Pichlwang, Gallaberg, Alt Lenzing, Ober- und Unterachmann. Ein eigenes Gebiet bildet das rund 1,6 km2 große Areal der Lenzing AG. Der unterschiedliche Charakter der Ortschaften mit teilweise großem Freizeit- und Erholungswert sowie eine intakte Infrastruktur im gesamten Gemeindegebiet gewähren eine hohe Wohn- und Lebensqualität. Die vielen sozialen Einrichtungen wie zwei Kindergärten mit Krabbelstube, drei Schulen, Musikschule, Schülerhort, Alten- und Pflegeheim, Seniorenwohnungen und Betreutes Wohnen heben die Lebensqualität der verschiedenen Generationen wesentlich. Auch das im Juli 2003 eröffnete Kulturzentrum ist in kürzester Zeit zum Mekka aller Kulturbegeisterten aus Lenzing und Umgebung geworden. Die Gemeindebücherei, Turnsäle, die Sporthalle sowie die Sportanlagen des Waldstadions runden das Freizeitangebot ab. Die vielen Ausflugsmöglichkeiten in die Region Salzkammergut und Hausruckwald können von der zentral gelegenen Gemeinde ideal genützt werden.

Geologie, Landschaft, Umwelt von DI Alois Baumgartinger

Das Gemeindegebiet von Lenzing an der Ager liegt nach den „Leitbildern für Natur und Landschaft in Oberösterreich“ im „Vöckla-Ager-Hügelland“ und im „Vöckla-Agertal“.

Geologisch befindet es sich somit in der sogenannten Molassezone, die während der mehrmaligen Vorstöße des Traungletschers (mit seinen Seitenarmen über das Ischltal und die Schwarzenseefurche sowie über das Weißenbachtal zum Atterseeraum) vor etwa 2,5 Millionen Jahren bis 11.000 Jahre v. Chr. auch im Lenzinger Gemeindegebiet von Moränen und Schottermassen überdeckt wurde. Diese, mehrere 1000 Meter mächtige, Molasse tritt daher hier nirgends zu Tage. Sie besteht aus recht unterschiedlichen Sedimenten („Schlier“) wie Tonen und  Feinsanden, im Randbereich zum Gebirge aber auch aus gröberen Sanden, Kiesen  und Schottern. Diese Sedimente und Ablagerungen sind eine Folge plattentektonischer Vorgänge der Erdkruste, die, beginnend vor etwa 100 Millionen Jahren, zur Auftürmung der Alpen führten, wobei stetig auch  Abtragungsvorgänge durch Wetter und Wind mit einher gingen bzw. gehen. Durch die Hebung der Alpen wurde vom früheren, alles bedeckenden Urmeer „Thetys“ ein schmaler, immer seichter werdender Meeresarm abgetrennt, der die gegenüber dem höheren Granitbergland im Norden (Böhmische Masse) und den Alpen im Süden tiefliegende Landfläche der Molassezone bedeckte. Mit der weiteren Verlandung bildeten sich schließlich ausgedehnte Sümpfe mit mangrovenartigen Wäldern, wodurch außer Massen tierischer Substanz (Meeresfauna) auch pflanzliche, organische Substanz abgelagert wurden. Bei entsprechendem Druck durch überlagernde Materialschichten und damit hohen Temperaturen konnte es dadurch zur Bildung von Erdöl- bzw. Erdgaslagern kommen; einige solcher 

(Klein-)Lagerstätten liegen auch im Gemeindegebiet von Lenzing an der Ager vor.

Die Oberflächenformung und Dichte der Molassesedimente (Schlier) sowie die Mächtigkeit der Überlagerung durch eiszeitliche, durchlässige Materialmassen hat Bedeutung für das Grundwasserdargebot und dessen Strömungsrichtung. Eine von West nach Ost führende Grundwasserrinne erreicht mit ihrem nördlichen Rand das Gemeindegebiet im Bereich der Talung südlich von Neubrunn, ein weiterer Grundwasserstrom speist nordwärts gerichtet entlang der Ager-Rinne ins Gemeindegebiet ein.

Die Landschaft von Lenzing an der Ager wird von den eiszeitlichen Ablagerungen und Überformungen des Traungletschers geprägt. Endmoränenwälle, die die Gletscherstirn der jeweiligen Vereisungsperiode markieren und je nach Alter schon mehr oder weniger eingeebnet sein können, ebene Terrassenflächen durch fluviatile Überschüttungen und Terrassenstufen durch erodierende Schmelzwässer der mit der Zeit immer weniger weit ins Vorland reichenden Eispanzer lassen dem Fachkundigen die über geologische Zeiträume erfolgte Landschaftsgestaltung nachvollziehen.

Die Umwelt im Gemeindegebiet ist klimatisch bestimmt durch kühle, feuchte Sommer und milde, mehr oder weniger schneereiche Winter, den Einfluß des Attersees sowie auch durch Inversionswetterlagen mit Nebelbildung im November / Dezember. Die Niederschlagssumme liegt bei 1.000 mm, das Jahresmittel der Lufttemperatur bei 6 – 8° Celsius, das Julimittel bei 16 – 19° C und das Jännermittel bei -4 und -2° C.

Flächenmäßig überwiegt  mit 56 % die landwirtschaftliche Nutzung als Acker-Grünland-Mischgebiet, Waldanteil 13 %, Gärten 9 %, Gewässer 2 %, verbautes Gebiet mit Straßen und Betriebsflächen 20 %.

Durch die intensive Nutzung und dichte Besiedlung ist die ursprüngliche Natur kleingehalten. Als Rückzugsgebiete für so manche Tier- und Pflanzenart sind daher vor allem die tiefer eingeschnittenen Täler der Ager und des Steinbaches mit ihren Begleitgehölzen und Begleitwäldern sowie das geschlossene Waldgebiet des Weitholzes im Osten der Gemeinde von großer Bedeutung.